Institut für Lernförderung

Integrative Lerntherapie

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Beratung

In vielen Fällen hilft bei Schulproblemen bereits eine Beratung an neutraler Stelle, bei der Eltern und das betroffene Kind über ihre Belastungen sprechen können und hilfreiche Informationen erhalten. Stehen die Sorgen um den Rückstand eines Kindes in der Entwicklung des Lesens/ Schreibens oder des Rechnens im Vordergrund, brauchen Eltern den Rat spezialisierter Fachleute. In einem gemeinsamen Gespräch zwischen Erziehungsbe-rechtigten, Kind und TherapeutIn werden zunächst die kindlichen Stärken herausgestellt, um an diesen anzusetzen und die Entwicklung des Kindes zu fördern.
Die Kosten für eine solche fachliche Beratung tragen die Eltern. Diese Investition ist sicherlich sinnvoll, da Eltern und Kind neben einer neutralen Einschätzung auch sofort konkrete Anregungen zur Selbsthilfe erhalten.
Selbstverständlich sollte im Einzelfall bei Verdacht ärztlich abgeklärt werden, ob organische Befunde oder verschleppte Krankheiten die schulischen Schwierigkeiten mitverursacht haben. Dazu gehört die Überprüfung des Hör- und Sehvermögens oder der Sprachentwicklung. Falls die Familie und das Kind großen seelischen Belastungen ausgesetzt sind (Unfälle, Trennungen, Scheidung u.a.), sollte in einer der staatlichen, kirchlichen oder privaten Familienberatungsstellen Hilfe gesucht werden.

 

Beispiel einer Beratung bei Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten-LRS

„Meine Tochter Anja hat Wahrnehmungsstörungen. Sie braucht eine Therapie, sagt der Arzt.“ Eine typische telefonische Anfrage. Auf die Bitte um genauere Beschreibung der Schwierigkeiten berichtet die Mutter, dass die Deutschlehrerin ihre Tochter wegen der vielen Fehler beim Schreiben zur Untersuchung ins Krankenhaus geschickt habe, wo man sie intensiv getestet habe. Als Grund nennt sie, dass die Lehrerin auf einem Kongress gehört habe, dass es sich dabei um eine Krankheit handle. Anja besucht die sechste Klasse, schreibt in Deutsch und Englisch nur Fünfen und Sechsen und leidet unter ihrem Versagen. Von dem gültigen LRS-Erlass, der eine Benotung ausschließt, habe die Mutter in den fünf Schuljahren noch nichts gehört. Nach Meinung der Lehrer gehöre ihre Tochter nicht ins Gymnasium und wenn sie alles richtig verstanden habe, sei ihre Tochter ja irgendwie behindert.
In der Beratung mit Mutter und Tochter (unter Einbezug der schulischen Unterlagen und freier Texte) stellt sich heraus, dass in der Grundschule nur vorgeübte Diktate geschrieben wurden, die Anja mit ihrem guten visuellen Gedächtnis und aufgrund intensiven Übens auswendig gelernt hatte. Erst nach dem Lehrer- und Schulwechsel wurde ihr wahrer Stand in der Beherrschung der Schriftsprache deutlich. Die Analyse ihrer Arbeiten, Haushefte und freien Texte zeigt, dass sie versucht, das Gehörte möglichst lautgetreu zu schreiben, was sehr fehlerträchtig ist. Einige Beispiele: mechtig, lengt, Könich. Außerdem hat sie sich eine, bei vielen Kindern anzutreffende, aber falsche Regel über die Dehnung und Kürzung angeeignet: „Was ich lang höre, muss ich lang schreiben.“ Dabei hat sie die Aufmerksamkeit auf den Konsonanten statt auf den Vokal gelegt. Außerdem hat sie fälschlicherweise gelernt, dass sie immer klatschen soll, um zu hören, ob ein oder zwei Mitlaute kommen. Das erklärt dann Schreibungen wie „dehnnen“ oder „wen-nig“ oder „vor-rüber“. Die Mutter hat bei der Untersuchung erfahren, dass Anja unter einer auditiven Wahrnehmungsstörung leide, weil sie d-t und g-k und e-ä nicht unterscheiden könne. Die Analyse zeigt aber, dass Anja nur das Prinzip der Wortfamilie und der Verlängerung nicht kennt und deshalb „Glüg“ und „stant“ schreibt. Es beruhigt die Mutter, als sie merkt, dass es sich bei ihrer Tochter nicht um ein organisches Leiden, sondern um ein Lernproblem handelt, das durch den Erwerb fehlender Einsichten und regelmäßiges Üben ihrer Problemwörter in Sätzen aufgefangen werden kann. Anja erhält von uns Hinweise zum handschriftlichen Üben der englischen Vokabeln und Tipps zur Verbesserung der Lesetechnik und –geschwindigkeit. Die Schule verlangt noch ein Gutachten, damit die Benotung der Rechtschreibung in Klassenarbeiten, die schlechter als ausreichend sind, ausgesetzt wird und Anja so die Angst vor Fehlern in den Arbeiten verlieren kann.