Institut für Lernförderung

Integrative Lerntherapie

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FIT - das Frankfurter Integrative Therapiemodell des Instituts für Lernförderung, Frankfurt

Wenn Kinder beim Lesen- und (Recht)Schreibenlernen scheitern bzw. massive Rechenprobleme vorliegen, können dafür die unterschiedlichsten Gründe in Frage kommen. Immer hängen diese Schwierigkeiten mit den spezifischen Lernprozessen zusammen. In ärztlichen und psychologischen Untersuchungen werden diese erfahrungsgemäß nicht oder nur unzureichend berücksichtigt. Stattdessen konzentriert man sich dort auf organische oder psychische Ursachen.

In der Regel werden jedoch Probleme beim Erwerb der Schriftsprache bzw. des Rechnens durch Entwicklungsrückstände verursacht, die in den ersten Schuljahren hervorgerufen werden können, z. B. durch

  • eine fehlende Anpassung des schulischen Lernangebotes an den individuellen Entwicklungsstand des Kindes, z.B. wenn lautanalytische Fähigkeiten bzw. ein Zahlenverständnis fälschlicherweise vorausgesetzt werden,
  • ungünstige Lernvoraussetzungen,
  • belastende Ereignisse, die die Aufmerksamkeit des Kindes voll beanspruchen (z.B. Umzug, häusliche Krisen, Krankheit, Tod von Angehörigen),
  • Unverständnis der Umwelt,
  • Stress und Angst.

Da alles schulische Lernen schriftsprachliche Fertigkeiten voraussetzt, sind die Folgen des Versagens besonders gravierend. Das Selbstwertgefühl des Kindes ist bedroht. Aus einem Entwicklungsrückstand im Rechnen, Lesen und/oder (Recht)Schreiben können sich schrittweise Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrations- und schließlich allgemeine Lernprobleme entwickeln, die alle schulischen Fächer betreffen, d.h. es bleibt kein „Teil“- Leistungsversagen. Die Gefahr besteht, dass das Kind eine negative Lernstruktur entwickelt, die bis zur völligen Blockade führen kann.


FIT- das Frankfurter Integrative Therapiemodell

Ausgehend von den Erfahrungen im schulischen Förderunterricht und dessen Grenzen bei der Aufarbeitung komplexer Lern- und Verhaltensauffälligkeiten wurde das Konzept des Frankfurter Integrativen Therapiemodells FIT entwickelt. Seit 1986 wird es im Institut für Lernförderung, einer privaten und unabhängigen Einrichtung in Frankfurt, umgesetzt.
Dieses Konzept verbindet Erkenntnisse der entsprechenden Fachwissenschaften/ Didaktiken mit Elementen der Spiel-, Gesprächs- und Verhaltenstherapie. Es ist das Ergebnis langjähriger fachwissenschaftlicher, schulischer und auch persönlicher Auseinandersetzung und Erfahrungen mit Lernproblemen ( Naegele 1995/ 2001).

Aufgrund der Analyse des schriftsprachlichen oder mathematischen Wissensstandes des Kindes werden die fehlenden Kenntnisse schrittweise aufgebaut, Problemlösungsstrategien vermittelt und das Selbstvertrauen durch Gespräche, Spiele und Lernerfolge gestärkt. Der Einbezug der Erziehungsberechtigten ist für eine erfolgreiche Arbeit ein wesentliches Element. Es finden Elterngespräche statt und es werden Absprachen über ein regelmäßiges, kurzes häusliches Training (Schreiben, Lesen oder Rechnen) getroffen. Diese spezifischen Übungen sollen langfristig Sicherheit im Problembereich bringen und sinnvolle Arbeitsstrategien festigen. Kontakte zu den LehrerInnen sind wichtig, da ein einheitliches Vorgehen den Erfolg unterstützt.
Weil jedes Kind unterschiedliche Stärken und Schwächen im Lernen und in seiner seelischen Verarbeitungsweise mitbringt, ist eine individuelle Passung der Lern- und Spielangebote daran notwendig. Deshalb werden nur Einzeltherapien angeboten, die meist einmal wöchentlich zwei Stunden stattfinden. Die durchschnittliche Therapie dauert ein Jahr. Sie wird beendet, wenn sich das Selbstwertgefühl des Kindes stabilisiert und seine schulische Leistung so verbessert hat, dass es befriedigende oder stabile ausreichende Benotungen erhält.

Wegen der individuell unterschiedlichen Versagens- und Frustrationsgeschichte der Kinder verbindet der FIT-Ansatz kognitive, sprachwissenschaftliche, fachdidaktische, emotionale, psychologische, kreative, motorische und soziale Elemente.

Die Intentionen und Ziele des FIT-Konzepts sind:

  • das Schaffen von neuer Motivation für das Lesen und Schreiben und /oder Rechnen in einem positiven, stimulierenden Umfeld,
  • das Erkennen der Bedürfnisse und Nöte des Kindes und die Durchführung gezielter Hilfe,
  • der Aufbau der fehlenden schriftsprachlichen oder mathematischen Grundlagen und Einsichten,
  • die Vermittlung geeigneter Lern- und Arbeitsstrategien sowie Entspannungstechniken,
  • die Ausbau der persönlichen Stärken, die Entwicklung von Selbstvertrauen und Selbstständigkeit.

FIT beinhaltet:

  • das Erstellen und Durchführen eines individuellen Förderkonzepts,
  • ständige förderdiagnostische Analyse der Arbeiten der Kinder als Basis für neue Aktivitäten,
  • individualisiertes Lese-, Schreib- und Rechtschreib- oder Rechentraining, das sich an den persönlichen Interessen und Lernwegen des Kindes orientiert. Dazu zählen z.B. das Schreiben eigener Texte, das Lösen eigener Aufgaben, das Lesen von Büchern,
  • Entspannungs- und Konzentrationsübungen,
  • Lernmethodik, regelmäßige Rechtschreibübung, z.B. mit einer eigenen Lernkartei,
  • Projekte und Wettbewerbe,
  • Einsatz vielfältiger Medien: didaktische Materialien, Computerprogramme, Kinder- und Jugendbücher, Spiele,
  • begleitende Elterngespräche,
  • kontinuierliche Supervision und Weiterbildung der TherapeutInnen,
  • Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Lehrerfortbildung, Lehrer- und Elternseminare, Vorträge).

Ist das Selbstwertgefühl des Kindes stabilisiert, sind die mathematischen Grundlagen bzw. die Einsichten in die Prinzipien der Orthographie gesichert und ist Lesen zum persönlichen Bedürfnis geworden, erfolgt

  • die allmähliche Anpassung an die schulischen Anforderungen in der Auswahl der Aufgaben,
  • der Einbau von Frustrationselementen bei Spielen oder Aufgaben und
  • die langsame Lösung von der therapeutischen Bezugsperson.

Über einzelne Elemente unseres Konzepts liegen ausführliche Berichte vor, so z.B.

  • zur Karteiarbeit als täglicher (Recht)Schreib- und Lernmethodik-Übung (vgl. Naegele 1995, 1997, 2001, Frauenfeld 1999 )
  • zur Konzentrationsförderung (Naegele 1995, 2001)
  • über die Rolle des Spiels (vgl. Naegele/Haarmann 1993, Naegele 1995, 1997)
  • über Projekte ( Naegele 1997, Urban/Naegele 2000)

Drei Schwerpunkte unserer Arbeit sollen kurz beleuchtet werden: